Wednesday, September 21, 2011

COMIX 09/2011 und so

Zwei COMIX-Posts hintereinander. Das bedeutet wohl, dass ich mich in letzter Zeit blog-technisch etwas zurückgehalten habe. Aber das wird sich in Zukunft sicher wieder ändern.
Wer die neue COMIX zur Hand nimmt, wird denn auch feststellen, dass nach der letzten Ausgabe mit dem Shayazur-Ende und Mehr als Kumpels diesmal rein gar nichts von mir dabei ist. Für mich ein guter Anlass, mal darüber nachzudenken, was ich eigentlich demnächst in die deutsche Comiclandschaft pflanzen möchte. Nachdem ich den Shayazur-Epilog nun endlich gezeichnet habe, fühle ich, dass ich mit disneyesker Funny-Fantasy erst einmal durch bin, und zwar so durch, wie es nur geht. So nett das Alles ist, so langweilig ist es auch.
Ich habe also in den letzten Monaten oft darüber nachgedacht, ob es denn irgendetwas gibt, was meine Aufmerksamkeit dauerhaft fesseln kann bzw. woran es liegt, dass das bisher nicht der Fall war. Das ich nicht zu den manischen Zeichnern gehöre, die Zeichnen müssen, noch zu den Zeichnern, die aus der sozialen Isolation heraus zeichnen, ist mir schon länger klar. Und auch wenn diese mehr geschafft bekommen, tauschen möchte ich nicht, denn der Preis ist zu hoch. 
Irgendeine Krimiautorin, deren Name mir gerade nicht einfällt (aber sie ist berühmt, was die Hauptsache ist), sagte einmal sinngemäß: "Ich muss nicht inspiriert sein, um schreiben zu können. Ich produziere Unterhaltungsliteratur. Und ich möchte mein Geld auf eine Weise verdienen, die mir leicht fällt und mir Spaß macht." Das kann ich nur unterschreiben. Ihrem Beispiel würde ich nur allzu gerne folgen.
Oft stehen wir Künstler uns mit unseren eigenen Vorstellungen im Wege und bekommen letztendlich gar nichts gebacken. Stattdessen zerfleischen wir uns in Selbstmitleid und der Unfähigkeit, einfach mal zu produzieren. Was ist so schlimm an guter Unterhaltung? Nichts. Ganz im Gegenteil. Gute Unterhaltung ist eine Kunst.
Und das Tolle ist, mit guter Unterhaltung beeinflusst man Menschen weitaus mehr als mit hehrer Kunst. 
Es fühlt sich gut an, diese Macht zu kennen und zu nutzen. Jetzt müssen nur noch die Selbstzweifel das Maul halten.
Die Vorstellung, über den eigenen Tellerrand zu blicken und etwas Neues zu wagen, ist derzeit das Spannendste für mich. Mal sehen, wo das noch hin führt. Vorerst kann ich nur sagen, dass meine nächster Comic mit Sicherheit zeichnerisch in eine realistischere Richtung gehen wird und dass ich mich bemühen werde, es diesmal ernst zu meinen und dran zu bleiben.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich will produzieren, ich will, dass meine Sachen wahrgenommen werden, dass die Arbeit mir leicht von der Hand geht und dass es mir Spaß macht.


Ich halte euch auf dem Laufenden.


P.S.: Hier noch die Bücher, die mir kontinuierlich helfen, am Ball zu bleiben. Vielleicht hilft's noch jemand anderem:
Der Weg des Künstlers von Julia Cameron (die Frauenvariante)
Fearless Creating von Eric Maisel (die Männervariante, und meiner Meinung nach um Längen besser, intensiver, detaillierter)



2 comments:

  1. Sehr schön gesagt und auf den Punkt gebracht, da kann man nichts hinzufügen - außer das ich gespannt bin was von dir (irgendwann) noch kommt...

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  2. Irgendwann könnte recht schnell sein, wenn meine Zeichengeschwindigkeit der letzten Tage repräsentativ ist. Aber ich werde mich diesmal hüten, es vorzeitig ins Netz zu stellen. :)

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