Saturday, May 25, 2013

Haar


I just wanna be myself and I want you to know
I am my hair

- Lady Gaga


Das ist offensichlich mein seltsamster Blogeintrag überhaupt. Sei's drum.






Ein Plädoyer fürs Klischee


Zum zweiten Mal in Folge darf ich das CSD-Plakat für Essen wie auch das für meine Geburtsstadt Dortmund gestalten. Und wie schon letztes Jahr entbrennt gern mal die eine oder andere Diskussion darüber, wieviel Klischee eigentlich sein darf bis hin zu der (etwas seltsamen, wie ich finde) Frage, ob ein heterosexueller Künstler sich das herausnehmen dürfte, was ich mir da erdreistet habe.

Da frage ich mich, wie viel dieser Kritiker überhaupt von der LGBT-Community mitbekommt. Anscheinend wenig,  sonst wüsste er, dass Schwule im Gegensatz zu anderen in der Vergangenheit diskriminierten Gruppen ihre Stereotypen mit Wonne zelebrieren und ein behaarter Muskelbär auf dem Plakat sicher nicht dasselbe ist wie eine Mohammed-Karikatur, auch wenn der Bart in die richtige Richtung geht.

Aber auch in der Szene selbst möchte der eine oder andere ein möglichst "normales" Schwulenbild gewahrt wissen - das sei doch viel realistischer. Auch wenn wir Alle wissen, dass Klischees deshalb Klischees sind, weil sie wahr sind.

Schwule sind nun mal anders. Schwule ficken im Stadtpark, schmeißen sich in Lederharnische oder knappe Fummel wie den oben abgebildeten oder ziehen sich notfalls auch mal direkt am CSD-Stand splitterfasernackt aus, um grazil in ihren rosa Schlüpfer zu gleiten. Andere bemalen sich den nackten Oberkörper oder schmeißen sich in Tunten-Fummel. Natürlich sind das nicht alle, aber ein nicht unbeträchtlicher Anteil.

Ist das nun Spaß, Kunst oder einfach nur oberflächlich und geschmacklos? Egal. Der Hang zum Bunten und Schrägen ist vielen von uns, die wir ja ohnehin Grenzgänger sind, offenbar in die Wiege gelegt. Bilder von jedem Gay Pride beweisen das zu genüge. Insofern - was ist an den rosa Lederbären, Fummeltrinen und Discoschwuppen nicht realistisch, bitte? Viel unrealistischer wäre wohl eher ein Zug von Schwulen, Lesben usw. in biederem Einheitsbeige und (Schreck, schwere Not!) komplett angezogen.

Ich selbst mag mich niemandem in Lederharnisch oder Glitzer-Hotpants zumuten, aber das heißt nicht, dass ich Glamour nicht liebe und auf meine Art auslebe - zum Beispiel in einem Plakatmotiv wie diesem. Leute, ich bin Cartoonist und damit ein Liebhaber der maßlosen Übertreibung! Niemand (zumindest wenn man mich fragt) will wirklich Heinz Normschwul und Jutta Durchschnittslesbisch auf einem Plakat sehen, jedenfalls nicht in vorderster Reihe.

Statt eine beige, krampfige, langweilige und sich an die angebliche Norm anbiedernde Community zu erzwingen, sollten wir vielleicht der "Normalbevölkerung" zeigen, dass es auch ihr gut tun würde, ein bisschen lockerer, bunter und sexier zu sein.

Ach ja, und auf die Frage, wer auf diesem Plakat denn nun Transgender sei, gibt es nur eine angemessene Antwort: ALLE!

Euer Cartoonist und Verfechter des Kitsches, Chris



P.S.: Also, kommt am 2. und 3. August nach Essen zum Ruhr CSD und bitte zieht euch was Nettes an oder tragt wenigstens das Brusthaar offen, ja? ;)

Monday, May 6, 2013

Alles super. Und bei euch?

Sorry, ich habe diesen Blog in diesem Jahr echt vernachlässigt, aber das wird sich in naher Zukunft wieder ändern. In der Zwischenzeit gibt's einen Superman von der Comic- und Sammlerbörse in Münster. Die Beine sind zwar etwas seltsam geworden auf die Schnelle, aber Kinn, Kreuz und Locke hab ich doch voll raus, oder?